Vier Jahrhunderte Kasseler Astronomie & Wissenschaft
Historischer Überblick
Die Sammlung des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts reicht bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Was Landgraf Wilhelm IV. einst als persönliches Forschungsinstrumentarium anlegte, wurde zu einer der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Europas.
1560
Landgraf Wilhelm IV. lässt am Kasseler Stadtschloss eine Beobachtungsplattform anlegen — Ausgangspunkt der späteren Sternwarte und der astronomischen Sammlung.
1573
Dokumentation der astronomischen Instrumente und Bücher im Stadtschloss. Die meisten dieser Objekte sind bis heute in der Sammlung erhalten.
1598
Landgraf Moritz der Gelehrte gründet eine Ritterschule — die astronomischen Instrumente werden erstmals systematisch als Lehrmittel eingesetzt.
Ab 1696
Landgraf Karl lässt die erheblich erweiterte Sammlung in das Kunsthaus (Ottoneum) bringen und nach wissenschaftlichen Disziplinen ordnen.
1707 – 1714
Gründung der Sternwarte auf dem Kunsthaus (1707) und des Bellevue-Schlosses als dritte Kasseler Sternwarte (1714) — Kassel wird zu einem bedeutenden Zentrum der Astronomie.
1779
Die gesamte Sammlung mathematischer, physikalischer, optischer und astronomischer Instrumente zieht in das neu gegründete Museum Fridericianum.
1913
Mit dem Umzug ins neu erbaute Hessische Landesmuseum werden die Instrumente systematisch nach Disziplinen ausgestellt: Astronomie, Mathematik, Optik, Mechanik, Uhren.
1992
Das „Museum für Astronomie und Technikgeschichte mit Planetarium" wird in der Kasseler Orangerie als modernes Wissenschafts- und Technikmuseum neu gegründet.
2004
Das Museum erhält seinen traditionsreichen Namen „Astronomisch-Physikalisches Kabinett" zurück — national und international eine bekannte Marke.
2016
Das Planetarium wird mit neuester digitaler Technik ausgestattet und ist 2019 genauso besucht wie Schloss Wilhelmshöhe.
2022
Das Astronomisch-Physikalische Kabinett wird „aus baulichen Gründen" geschlossen. Die Sammlung wird eingelagert und ist seitdem nicht mehr öffentlich zugänglich.
2024
Dank des Engagements von Staatsminister Timon Gremmels kann das Planetarium nach personellen und pandemiebedingten Schließungen wiedereröffnet werden. Die Sammlung bleibt geschlossen.
Heute
Der Freundeskreis befindet sich in der Gründungsphase und hält durch öffentliche Veranstaltungen, Vorführungen von Nachbauten und den Aufbau eines breiten Unterstützerkreises das Bewusstsein für diese einzigartige Sammlung wach.